Die Kunst sich natürlich zu bewegen

Von den Schriftzeichen her bedeutet Tai-chi: Tai 太 = dick und Chi 極 = Extrem. Also das dicke Extrem oder wie es auch benannt wird: das „große Schwarze“, was gleichbedeutend für das „ganze Universum“ steht. Auch die Beschreibung „der höchste (Dach)-First“ wird verwendet. Jedenfalls teilte sich im Anbeginn der Zeit die ganze Welt in Yin und Yang und dieses spiegelt sich in unserem heutigen dualistischen Weltbild wieder.

Sprechen wir vom 太極拳 Tai-chi-quan (chin.) oder eben Tai-kyoku-ken (jap.) so spicht man im allgemeinen vom „Schattenboxen“, wobei eben拳 quan/ken Faust bedeutet.

Im Chen-Stil von Taichi hebt man die spiralförmige Weise der Bewegung hervor, weshalb er durch seine Grazie und seine Dynamik entzückt. Die Bewegungen sind filigran, so wie die eines Schmetterlings, blitzschnell wie die einer zu stoßenden Schlange oder auch kraftvoll wie die eines Bären und nicht zu vergessen die Sagengestalt des Feuer sprühenden Drachen. Bei der Ausführung des Taichi`s spürt man den belebenden und erquickenden Strom, der den ganzen Körper erfüllt. Dennoch es ist „nur“ unsere ureigenste angeborene natürliche Bewegung, ganzheitlich und freudvoll.

Die gesundheitlich fördernde Wirkung in Körper und Geist ist mittlerweile unumstritten und nicht ohne Grund, denn der Energiehaushalt (Yin und Yang) wird in Balance gebracht. Durch die Sammlung in der Körpermitte, dem丹田Tandien/Tanden, kann man alles loslassen, sich somit der Schwerkraft anvertrauen und sich verwurzeln und einfach nur da sein.

Wird man sich Geist und Körper bewusst, so wird einem sonnenklar, dass man die Dualität, die Teilung der Welt überwinden muss. Die Teilung in „Ich“ und den Rest! Man muss aufhören das „Ich“ zu verteidigen, d.h. sich gegen die Welt zu stemmen. Stattdessen soll man alles annehmen und eintauchen in den Fluss des Seins, oder einfach gesagt: „dem Prinzip folgen“. Im ZEN heißt es : „dem Dharma“ entsprechen.

Wenn wir lernen uns im Taichi konzentriert, zentriert und gelöst zu bewegen und unser Menschsein als Einheit von Körper, Geist und Seele mit ganzem Herzen einbringen, wird es zur wahren inneren Kunst und Selbsterkenntnis. Dann kehren wir zurück zu „Wuji“ , dem leeren Kreis, dem Ursprung aller Dinge.

Es ist schon so viel über Taichi gesagt und geschrieben, dass man einfach nur noch zum Tun, zum Üben kommen muss. Hier können Sie es unsetzen und erfahren!

Zur Praxis im Zen-trum:

Das Üben und Einüben findet in Kleingruppen statt. Hier erwartet Sie ein bewegungsfreudiges und spielerisches Üben, jedoch auch ernsthaft und anspruchsvoll.

Wir freuen uns über jeden, der hier Taichi erlernen möchte und durch das Üben zu immer neuen und erstaunlichen Erkenntnissen und Eindrücken kommt.